GRÜNDERZEIT
(ca. 1870 bis 1888)

Too Early (James Jacques Tissot, 1873)

Um 1877 kommt für nur wenige Jahre eine figurbetonte Kleiderform in Mode.
Die sogenannte Küraßtaille verlängert optisch den Oberkörper, die Röcke sind mindestens bis hinunter zum Knie sehr körpernah geschnitten und teilweise verkürzen sich die Säume der Tagesmode bis zum Knöchel. Schleppen sind jedoch ebenfalls nach wie vor sehr beliebt und werden nun länger und schmaler als zuvor.

Madame Paul Poirson (John Singer Sargent, 1885)

Nachdem die ausladende Krinoline der Damenmode ihren Höhepunkt überschritten hat, werden die Röcke in den 1870er Jahren nun wieder kleiner, zudem wird nur noch das Gesäß betont (frz. Cul de Paris= Pariser Hintern). Die Röcke werden raffiniert mit vielen Rüschen, Raffungen und Draperien geschmückt. Besonders Seide ist in der gehobenen Gesellschaft ein beliebtes Material, denn alles orientiert sich an der Pariser Mode.
Die Tournüre bezeichnet nicht nur die neue Silhouette, sondern auch bald die Kleider selbst.

The Ball (James Jacques Tissot, c. 1878)

Ab 1882 etwa kehrt der Cul de Paris zurück, durch die beibehaltene verlängerte Taille rückt der Cul nun jedoch tiefer und wird somit deutlich ausladender als in den 1870er Jahren.
Die Schnitte jedoch werden ausgefallener, verlaufen diagonal und asymmetrisch.
Auch die Verzierung durch Draperien, Rüschen, Spitzen , Blumen und Bändern wird oft seitlich, schräg oder nur einseitig arrangiert.

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REPRODUKTIONEN
AUS  MEINEM  ATELIER:
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DINNERKLEID
UM
1882
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NEU

Smaragdgrünes Dinnerkleid aus feinem Baumwollsamt und rauschendem Seidentaft. Die matt-glänzende Kombination in exakt dem gleichen Farbton erzielen einen besonders raffinierten Effekt.
Der Schnitt entspricht der figurbetonten Silhouette um 1882 und richtet sich nach mehreren erhaltenen Originalkleidern.

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TAGESKLEID
UM
1885
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NEU

Tageskleid aus weinroter Schurwolle, der falsche Westenteil und der Rock wurden aus einem Baumwollstoff mit Paisley-Muster gefertigt.
Am Muster entlang wurden in gleichen Abständen einzelne Falten gelegt und senkrecht von oben nach unten abgesteppt, sodaß im Saumbereich der Stoff in Falten aufspringt.
Für den Stehkragen und die Ärmelmanschetten haben wir eine cremefarbene Valencienne-Spitze aus Baumwolle verwendet.
Als Vorlage dienten ausschliesslich historische Schnitte und zeitgenössische Modekupfer sowie erhaltene Orignalkleidung um 1885.

Diese festliche Robe wurde aus rosé- und cremefarbenem Seidentaft gefertigt und weist die typisch asymmetrische Form der späten Tournüre auf.

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BALLKLEID
UM
1885
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NEU

Die Balltaille wurde mit roséfarbenem Seidenchiffon und Seidenripsband sowie Seidenblumen ausgeschmückt.
Als Vorlage dienten diverse Gemälde und Modekupfer, aber auch erhaltene Ballroben um 1885.

Frontansicht
Seitenansicht

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UNTERROCK
UM
1885
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NEU

Knöchellang aus weißer Baumwolle, mit einem Volant am Saum und fünf weiteren hinten von der Hüfte abwärts, zeitgemäßer Druckknopfverschluß seitlich oder ein Tunnelzug mit

Bändchen zur besseren Weitenregulierung. Dieser Unterrock kann über der Tournüre oder unter dem Hüftpolster getragen werden. Auch mit Stahlverstärkung gegen Aufpreis möglich.

  

Weitere Inspirationen und viele Informationen zur Mode durch die Jahrhunderte:
La Couturière Parisienne Costume and Fashion Site

Interessante Informationen speziell von Krinolinenzeit bis Belle Epoque:
Lorkande

Eine gute Quelle für sehr geschmackvolle Hüte zwischen 1850 und 1900:
Hut und Haube