EMPIRE / REGENCY
(ca. 1790 bis 1820)

Bereits kurz vor der Französischen Revolution und während des Directoire zeichnet sich ein neuer Stil ab:
die
Antike wird nun zum deutlichen Vorbild in der Mode. Der Tunika und dem Chiton ähnlich tragen die Damen nun schlichte, lose herabfallende Gewänder mit der charakteristischen hohen Taille. Man verarbeitet besonders gern hauchdünne Stoffe wie Musselin, die neue Modefarbe ist Weiß. So wird das Chemisenkleid wohl auch seinen Namen erhalten haben, wirkte es doch zunächst so, als habe die Dame nur ihre Chemise angelegt und das eigentliche Kleid weggelassen.

Eines der wenigen Accessoires ist der Schal, welcher - ähnlich der Stola der Antike - kunstvoll um Schultern und Taille drapiert wird. Auf Unterwäsche wird sogar teilweise verzichtet, was leider zur Folge hat, daß viele Frauen der “Musselinkrankheit” sprich Verkühlung und Lungenentzündung zum Opfer fallen. Auch bei der Frisur lassen sich in der Antike die passenden Vorbilder finden.

Im Gegensatz hierzu in England: der Dandy oder Beau (frz.: Schönling), perfekt sitzende Kleidung bis ins Detail, beinahe ebenso blasiert wie galant in seinen Umgangsformen.
Der Zylinder wurde aus dem hohen Hut des späten 18. Jahrhunderts weiter entwickelt und vervollständigte das elegante Erscheinungsbild.
Die Farben der Herrenmode werden jedoch auch schlichter und gedeckter und nähern sich bereits der heutigen Herrenmode an.

Die Männermode begibt sich nach der Revolution beinahe in Gegensätze:
die Incroyables (frz.: Unglaublichen) in Paris sind wahre Modegecken und kleiden sich betont unvorteilhaft durch recht bunte, schlecht sitzende und falsch geknöpfte Kleidung, extrem kurze Westen und mehrere Halstücher. Auch den überdimensional großen Zweispitz findet man hier.

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REPRODUKTIONEN
AUS  MEINEM  ATELIER:
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PELISSE UM 1795 / 1800
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Erhaltene Originalkleider zwischen 1795 und 1800 dienten als Vorbilder für dieses Überkleid aus violetter Seide.
Die 3/4-Ärmel enden in kleinen Flügelmanschetten, geschlossen wir das Überkleid vorn mit kleinen Häkchen, der Saum endet hinten in einer kleinen Schleppe.

Das Oberteil wurde mit weichem Leinen gefüttert.
Getragen wurde eine offene Robe über einem schlichten Chemisenkleid.
Alle sichtbaren Nähte wurden komplett von Hand gefertigt!

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TAGESKLEID
UM
1805
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Dieses Kleid wurde nach erhaltenen Originalkleidern dieser Zeit aus feiner, weinroter Schurwolle gefertigt.
Es wird vorn unter einem rechteckigen Latz durch ein Band auf Figur gebracht.
Wie beim historischen Vorbild wird die Front, zugunsten einer variableren Passform, mit Stecknadeln befestigt. Der Rockteil erhält seine Fülle durch tiefe Kellerfalten im Rücken. An Frontlatz sowie Ärmeln und Saum wurde eine dekorative Borte appliziert.

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TAGESKLEID
UM
1810
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Eine Reproduktion nach erhaltenen Originalkleidern dieser Zeit, gefertigt aus weißgrundiger Baumwolle, bedruckt mit kleinen blauen Ähren. Am Halsausschnitt und unterhalb der Brust befinden sich zur besseren Paßform Tunnelzüge, mit denen auch das Kleid rückwärtig verschlossen wird. Alle sichtbaren Nähte wurden von Hand gefertigt!

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GESELLSCHAFTSKLEID
UM
1810
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Ein sehr zartes Chemisenkleid mit langer Schleppe und Häkchenverschluß im Rücken.
Die zweilagige Verarbeitung ergibt einen interessanten Effekt und läßt das Kleid je nach Licht farblich leicht variieren.
Als Futter diente cremeweißer Baumwollmusselin, der Oberstoff besteht aus hauchzartem pfirsichfarbenem Seidenmusselin.
Der gerüschte Ausschnitt sowie die halblangen Ärmel wurden mit Seidenröschen verziert.

Detailansicht des Oberteils

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ACCESSOIRES      
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SCHUTE
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Eleganter Hut aus rotem Wolltuch, ausgeschlagen mit rotem Seidentaft, welcher auch für das Bindeband verwendet wurde. Dekoriert mit naturbelassenen Straussenfedern.

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RETICULE / POMPADOUR
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Ein kleines Täschchen, das in Farbe und Stoff passend zum Kleid gefertigt werden kann. Verschiedene Variationen möglich, z.B. Stickereien, Fransen, Quasten, Spitzenverzierungen etc.

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HERR  UM  1805
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Nach erhaltenen Originalen, zeitgenössischen Gemälden sowie Modekupfern um 1805.
Die einreihige Weste wurde aus Seidenjacquard gefertigt.
Der zweireihig geknöpfte Frack besteht aus feinem, schwarzem Flanell aus reiner Wolle. Die Knöpfe wurden nach historischem Vorbild von Hand bezogen.

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HERR  UM  1810
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Einreihig geknöpfte Weste aus cremefarbener bestickter Seide mit Stehkragen, Culottes (Kniehosen) aus beigefarbenem Strichtuch. Der Frack wurde aus schwarzem Strichtuch gefertigt, Innenfutter aus Baumwollatlas mit schwerer Rosshaareinlage. Alle Knöpfe wurden mit dem jeweiligen Kleiderstoff von Hand bezogen. Gefertigt nach erhaltenen Originalen und zeitgenössischen Gemälden.

  
Weitere Inspiration und viele Informationen zur Mode vergangener Epochen:
La Couturière Parisienne Costume and Fashion Site

Für das passende Schuhwerk empfehle ich:
Sarah Juniper